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Washington Monument: Zurück zur Spitze

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Der Obelisk in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington hat in dieser Dekade arg gelitten. Nun wird das Monument nach langer Schließung wieder für das Publikum geöffnet. Die Aufzugssteuerung wurde modernisiert und eine neue Überwachungsanlage installiert.

Der Obelisk befindet sich auf einer Achse mit dem Kapitol, dem Sitz des amerikanischen Kongresses, und dem Lincoln Memorial. Gemeinsam bilden sie so etwas wie den Vorhof zur Macht. Wann immer es um die ganz großen politischen Themen in Film und Fernsehen geht, schweift der Kammerablick irgendwann ganz selbstverständlich über das knapp 170 Meter hohe Bauwerk. Und den zugehörigen 618 Meter langen und 51 breiten Reflecting Pool, dem äußerst telegenen Wasserbecken zu seinen Füßen. Forrest Gump trifft hier seine Jenni während einer Anti-Vietnamkriegsdemo wieder. House of Cards Bösewicht Frank Underwood benutzt die Kulisse gern als inoffizielles Arbeitszimmer für konspirative Treffen.

Das Washington Monument war das höchste Gebäude der Welt

Nicht ohne Grund, ist das Bauwerk doch mit dem Siegeszug der amerikanischen Demokratie gewachsen. Bereits 1832, zum 100. Geburtstag des ersten U.S. Präsidenten George Washington, sammelten engagierte Bürger Spenden für das Monument. Den ersten Bauabschnitt nahmen sie jedoch erst ab 1848 in Angriff. Die Anschlussfinanzierung für den halbfertigen Bau segnete der Kongress 1876 ab. Damit feierten sie den 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Es sollte jedoch noch bis 1884 dauern, bis die Maurer den Schlusstein auf die Spitze setzten. 555 Fuß – umgerechnet etwas mehr als 169 Meter – hoch war das Bauwerk bei der Inbetriebnahme. Heute ist es um ein Fuß geschrumpft. Fünf Jahre lang, bis zum Bau des Eiffelturms in Paris, hielt das Washington Monument den Rekord als höchstes Gebäude der Welt

Nach einigen Jahren Bauzeit: Das Gebäude wurde in vielen Etappen errichtet. Quelle: NPS
Nach einigen Jahren Bauzeit: Das Gebäude wurde in vielen Etappen errichtet. Quelle: NPS

Auch heute noch ist es das höchste Gebäude in der unmittelbaren Umgebung. Darum weiß der Volksmund: „The monument, like the man, stands in no one’s shadow“ (Das Monument steht, wie sein Namensgeber, in niemandes Schatten). Über einen anfangs dampfgetriebenen, später elektrifizierten Aufzug gelangten zuletzt bis zu 1,1 Millionen Besucher pro Jahr in die Höhe. In rund 150 Metern Höhe drängelten sie sich auf einer schmalen Plattform, um den unvergleichlichen Blick auf die Stadt zu genießen.

Moderne Hebetechnik machte die Errichtung des Turms möglich. Quelle: NPS
Moderne Hebetechnik machte die Errichtung des Turms möglich. Quelle: NPS

Zumindest bis zum Jahr 2011: Da verursachte ein Erdbeben der Stärke 5,8 ziemliche Schäden am Bau. Fast drei Jahre dauerte die Reparatur und kostete rund 15 Millionen US-Dollar. Erst 2014 durften Besucher das Denkmal wieder betreten – allerdings nicht für lange Zeit. 2016 brach ein Aufzugskabel. Und die Treppe zur Spitze ist bereist seit den 1970er-Jahren gesperrt.

Das Erdbeben setzte 2011 dem Bau schwer zu. Hier Risse in der Spitze. Quelle: NPS
Das Erdbeben setzte 2011 dem Bau schwer zu. Hier Risse in der Spitze. Quelle: NPS

Umfangreiche Sanierung

Das veranlasste die Planer des National Park Service, das Gebäude umfassend zu sanieren. Schließlich mussten sie auch den erhöhten Sicherheitsanforderungen Rechnung tragen, die seit den Anschlägen vom 11. September 2011 gelten. Außerdem schufen sie Ausweichplätze für Besucher, eine barrierefreie Toilette für Mitarbeiter und Polizei sowie ein zusätzliches Sicherheitsbüro. Ganze 37 Monate blieb das Gebäude daher für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber die Amerikaner sind ja lange Wartezeiten am Monument gewöhnt. Schließlich dauerte bereits der Baus des Turms 36 Jahre.

Spiderman hat übrigens schon einmal vor der Eröffnung vorbeigeschaut. Hoffentlich wurden auch diese Schäden inzwischen wieder repariert. Am 19. September ist die feierliche Wiedereröffnung.

Der Beitrag Washington Monument: Zurück zur Spitze erschien zuerst auf Senkrechtstarter Blog.


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